Innere Kampfkunst - Äußere Kampfkunst - macht die künstliche Trennung Sinn?

Guest-blog Dr. Stephan Langhoff (www.stephan-langhoff.eu )

Dr. Langhoff informiert über Kampfkunst und Philosophie - er sagt: "Innere Kampfkünste und ihre Wesensart sind nicht klar definierbar. Daher macht ihre Abgrenzung keinen Sinn. Niemand sollte sich für dumm verkaufen lassen!"

Exkurs Series "Internals: Structure and Posture in Chinese Martial Arts can serve as a Turbo-Charger". Inner Strength through Proprioception/body-awareness and Connectedness (s. Push Hands und Push Hands (Tuishou)).

Neues Gutachten

Lehrerausbildung im Yang-Chengfu-Tai-Chi-Chuan" kann nur dann verantwortungsvoll sein, wenn die Innere Haltungen in den Köpfen der Dozenten souverän und eigenständig sind - ohne Verpflichtung zu Gehorsam und Loyalität und mit dem Bekenntnis zu weltanschaulicher Neutralität und Faktentreue. Dieser Fokus wurde in den Folgejahren zunehmend wichtiger durch die enge Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen, dem GKV, Vdek und der ZPP. Quelle: Yang Chengfu Center.

 

Innere Kampfkunst - Äußere Kampfkunst - Fiktionen und Fakten-Check

Innere Kampfkünste und ihre Wesensart sind nicht klar definierbarVertreter dieser "Entweder-Oder-Zuordnung" sind nicht ernst zu nehmen, denn sie können eigentlich selbst nur für richtig halten, wenn sie sehr geringe Kenntnisse über Kampfkünste haben! Sie gleichen "nützlichen Idioten" und vertreten einen gestrigen Zeitgeist eines alten Chinas, der schon damals nichts anderes darstellte als eine wohlfeile Fiktion. Sie wird auch durch gebetsmühlen-artige Wiederholung nicht wahrer.

Alle, die immer noch diesen gestrigen Standpunkt vertreten, sollten sich lieber mit den allen zugänglichen harten Fakten auseinandersetzen, damit für sie nicht Einsteins Beurteilung gilt: "Die Weltsicht mancher Menschen gleicht einem Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie dann Standpunkt! Es fällt einem auch das Gleichnis von "Des Kaisers neue Kleider" ein - d. h. viele werden sich zu dem überholten Dualismus bekennen aus Loyalität und nicht etwa, weil sie es selber glauben! Wie unterschiedlich Schüler der Yang-Familie dazu stehen, lesen Sie hier: Yang Jun

 

Innere chinesische Kampfkünste -"Internal Martial Arts" of China

Der Begriff „Innere Kampfkünste“ kommt i.d.R. nur vor im Kontext mit Wertung: Es gibt "Äußere Kampfkünste" und die sind weniger gut als "Innere Kampfkünste". Doch schon diese naive Vor-Annahme, es gäbe ein "gut" in der Kampfkunst ist barer Unsinn. Es ging um Töten und Überleben - und um nichts anderes. Somit ist dann auch die Meinung laienhaft, "Innere Kampfkünste" seien dem Wesen nach defensiv und Äußere seien "agressiv. Aggressiv-defensiv" ist bekanntlich gar kein Kampfkunst-Kriterium, da es um Töten ging. Dies hat der Krieger Miyamoto Musashi sehr anschaulich in dem Traktat über "Nicht-Haltung" in seiner Schwertkunst beschrieben. Jujutsu-Meister vertreten ähnliches, denn die Samurai-Kampfkunst folgt Prinzipien, die den Formulierungen von Yang Chengfu bis aufs I-Tüpfelchen entsprechen - siehe dazu Dr. Langhoff Widerlegung von Behauptungen der Yang Family. Konkret das 6. Prinzip bietet Stoff für Diskussion, denn dort wird Gedankenkraft statt Körperkraft eingefordert. Nur so könne wahre Innere Kraft (true internal strength) entstehen. Er bewertet die externen Stile negativ: "Someone who practices external martial arts, when he is using his force, seems very strong. But when not using force, he is very light and floating. By this we can see that his force is actually external, or superficial strength. The force used by external martial artists is especially easy to lead or deflect, hence it is not of much value". htt//www.yangfamilytai-chi.com/about/study/#theory   Siehe dazu auch die Themen Push-Hands-Selbstverteidigung, Kampfsport und traditionelle Waffen-Formen ( Schwert-Form) der (und Yang-Family-Secrets/ Secret Transmissions gemäß der Push Hands Ausbildung).

Innere chinesische Kampfkünste - wie gut sind die Kenntnisse der Szene ?

Überhaupt erlaubt der Begriff „Innere Kampfkünste“ - oder international betrachtet "Internal Martial Arts" - aufschlussreiche Einblicke in das Seelenleben derjenigen Wushu-Praktizierenden, die diese Bezeichnung benutzen. Dazu zählen sie typischerweise Taijiquan, Baguazhang und Xing Yi Quan (taoistisch/Wudang). Alle anderen seien "Äußere Kampfkünste" (buddhistisch/ Shaolin), denen gemeinsam sei, dass sie "Rohe, isolierte Kraft" benutzen würden.

Innere Kampfkunst - eine Frage der Methodik/ Didaktik?

Quasi als Feigenblatt oder aus purer Hilflosigkeit wird durchweg zugegeben, dass ja "Mischformen" existieren, aber es ginge ja zunächst um eine "Katalogisierung" - und die sei sinnhaft! Was für eine Methodik soll denn das sein? Will man die Leser für dumm verkaufen?

Innere Kampfkünste - Haltung, Körperstruktur statt roher Kraft

Dualismen sind häufig Fiktionen - und das gilt auch für die Gegenüberstellung Innere-Äußere-Kampfkünste. Doch im Wushu gab und gibt es intensiven Austausch. Vergleicht man Prinzipien unterschiedlicher Kampfkunst-Stile, so besteht die Gefahr, dass man die geheimen "Internals" ganr nicht einbezieht in den Vergleich - schlicht aus dem Grunde, das man sie nicht kennt.

Sinnvoller ist die von vielen Experten vertretene These, dass jede hochentwickelte Wushu-Stilart "Internals" hat, die wie ein "Turbolader" "Innere Techniken" nutzen. Dazu zählen typischerweise Wahrnehmung/ Propriozeption, Körperstruktur/ Haltung, Verbundenheit, Absicht/Vorsatz, Atmung und subtile psychische Steuerung.

Mit freundlicher Genehmigung von  www.tai-chi-zentrum.de/tai_chi_kampfkunst.htm

Innere Kampfkunst Internal Martial Arts

Mit freundlicher Genehmigung von  www.stephan-langhoff.info/kampfkunst.htm

 

Innere Kampfkunst - Zitat-Sammlung

Es wird vieles im Internet geschriebe, das auf eine mangelhafte Kenntnis der Martial Arts schließen läßt - Zitate aus   http://www.taij-europa.de/glossar/innere-kampfkuenste/      

"Die Kräftigung von Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern, sowie der effektive Gebrauch von Sauerstoff sind Wesensmerkmale der äußeren Schulen...Der Körper wird von außen her geformt. Das bedeutet, dass dem Hineinhorchen in den eigenen Körper wenig bis gar keine Beachtung zukommt. ... Beispiele für die äußeren Kampfkünste sind Karate."

Leseprobe SYR-Rezensionen

Meine objektiv-wissenschaftliche Arbeitsweise der "übergreifenden Kontexte" kommt in der "Martial-Arts-Community" nicht überall gut an. Einige aus dem "Takamura-Umfeld" wollten mir gar das Recht absprechen, überhaupt über "ihre Kunst" (!) zu schreiben und warfen mir unrichtige Darstellungen vor. Das wäre mir als DTB-Ausbilder natürlich besonders peinlich und so hatte ich es mir schon früh permanente Verifikation zur Gewohnheit gemacht. Nein - es ist vielmehr so, dass die "SYR-Fachwelt" selbst widersprüchliche Auffassungen vertritt, von denen nur eine wahr sein kann!.Besonders peinlich: Etliches Falsches ist selbst für Laien ersichtlich. Quelle: SYR-Jujutsu